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Unterstützung im Studium durch Fördermittel

Ein Studium in Deutschland eröffnet zahlreiche berufliche Perspektiven, doch die finanzielle Belastung stellt für viele junge Menschen eine erhebliche Hürde dar, weshalb die Kenntnis über verfügbare Fördermittel entscheidend für einen erfolgreichen Bildungsweg ohne übermäßige finanzielle Sorgen sein kann.

BAföG als zentrale Säule der Studienfinanzierung

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, bildet seit über 50 Jahren das Rückgrat der staatlichen Studienförderung in Deutschland und ermöglicht Studierenden aus einkommensschwächeren Familien den Zugang zu höherer Bildung ohne übermäßige finanzielle Belastung.

Die aktuelle BAföG-Höchstsatz beträgt 934 Euro monatlich inklusive Wohnpauschale und Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung, wobei die individuelle Förderhöhe von verschiedenen Faktoren wie dem Einkommen der Eltern, der eigenen Vermögenssituation und der Wohnsituation abhängt.

Ein besonderer Vorteil des BAföG liegt in seiner teilweisen Umwandlung in einen Zuschuss, da Studierende nur maximal 50 Prozent der erhaltenen Förderung zurückzahlen müssen, wobei die Rückzahlungssumme auf maximal 10.010 Euro gedeckelt ist und erst fünf Jahre nach dem Ende der Regelstudienzeit beginnt.

Stipendien als leistungsorientierte Förderung

Stipendien bieten im Gegensatz zum BAföG den enormen Vorteil, dass sie nicht zurückgezahlt werden müssen und somit eine äußerst attraktive Form der Studienfinanzierung darstellen, die leider von vielen Studierenden aufgrund falscher Vorstellungen über die Vergabekriterien nicht in Betracht gezogen wird.

Das Deutschlandstipendium fördert leistungsstarke Studierende mit monatlich 300 Euro zusätzlich zu anderen Finanzierungsquellen und berücksichtigt neben akademischen Leistungen auch soziales Engagement, besondere persönliche Umstände oder einen erfolgreichen Weg trotz biografischer Hürden.

Die 13 Begabtenförderungswerke in Deutschland, darunter politische, religiöse und gewerkschaftsnahe Stiftungen, vergeben jährlich tausende Vollstipendien, die neben der finanziellen Unterstützung oft auch ideelle Förderung durch Seminare, Netzwerkveranstaltungen und persönliche Betreuung umfassen.

Bildungskredite und Studiendarlehen als flexible Optionen

Der KfW-Studienkredit bietet Studierenden unabhängig vom Einkommen und Vermögen der Eltern eine flexible Finanzierungsmöglichkeit mit monatlichen Auszahlungen zwischen 100 und 650 Euro, wobei die Zinsen im Vergleich zu herkömmlichen Bankkrediten meist günstiger ausfallen.

Bei dem Bildungskredit der Bundesregierung können Studierende in fortgeschrittenen Semestern bis zu 7.200 Euro erhalten, der in monatlichen Raten von 300 Euro ausgezahlt wird und mit besonders günstigen Konditionen und einer begrenzten Laufzeit von vier Jahren nach Auszahlungsende aufwartet.

Einige Bundesländer bieten zudem eigene Studiendarlehen an, die oft regionale Besonderheiten berücksichtigen und in manchen Fällen mit Erlassmöglichkeiten bei besonders guten Studienleistungen oder schnellem Studienabschluss verbunden sind.

Nebenjobs und Werkstudententätigkeiten

Ein studienbegleitender Nebenjob kann nicht nur die finanzielle Situation verbessern, sondern auch wertvolle Praxiserfahrung vermitteln, wobei Studierende bis zu 20 Stunden wöchentlich arbeiten können, ohne ihren Studentenstatus und die damit verbundenen Vergünstigungen zu verlieren.

Besonders attraktiv sind Werkstudententätigkeiten in studienrelevanten Bereichen, die neben einem oft überdurchschnittlichen Stundenlohn auch fachliche Einblicke bieten und bei denen Studierende von reduzierten Sozialversicherungsbeiträgen profitieren, was das Nettogehalt im Vergleich zu regulären Teilzeitjobs erhöht.

Die Vereinbarkeit von Studium und Arbeit erfordert gutes Zeitmanagement und realistische Einschätzung der eigenen Kapazitäten, wobei viele Hochschulen mittlerweile flexible Studienpläne anbieten und Unternehmen sich zunehmend auf die Bedürfnisse von Werkstudenten einstellen.

Internationale Fördermöglichkeiten und Austauschprogramme

Das ERASMUS+-Programm der Europäischen Union fördert Auslandsaufenthalte innerhalb Europas mit monatlichen Zuschüssen zwischen 250 und 500 Euro je nach Zielland und ermöglicht Studierenden interkulturelle Erfahrungen ohne zusätzliche Studiengebühren im Gastland.

Für Studienaufenthalte außerhalb Europas bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) zahlreiche Stipendienprogramme an, die neben Reisekosten und monatlichen Lebenshaltungskosten oft auch Sprachkurse und Versicherungen abdecken.

Bilaterale Abkommen zwischen deutschen und ausländischen Hochschulen eröffnen weitere Fördermöglichkeiten für Auslandssemester oder -praktika, wobei die International Offices der Heimatuniversitäten kompetente Beratung zu den verschiedenen Programmen und deren spezifischen Anforderungen bieten.

Studentin mit Laptop recherchiert Fördermöglichkeiten für ihr StudiumQuelle: Pixabay

Fazit

Die Finanzierung eines Studiums in Deutschland kann durch die geschickte Kombination verschiedener Fördermittel erheblich erleichtert werden, wobei BAföG, Stipendien, Bildungskredite und Nebenjobs sich gegenseitig ergänzende Säulen eines soliden Finanzierungskonzepts bilden können.

Entscheidend für den Erfolg bei der Beantragung von Fördermitteln sind frühzeitige Information, sorgfältige Vorbereitung der Antragsunterlagen und die Berücksichtigung aller Fristen, wobei die Beratungsangebote der Hochschulen und Studentenwerke wertvolle Unterstützung bieten können.

Die Investition in die eigene Bildung durch ein Studium zahlt sich langfristig aus – sowohl finanziell durch bessere Berufsaussichten als auch persönlich durch erweiterte Kompetenzen und Netzwerke, weshalb finanzielle Hürden nicht zum Hindernis für Bildungswege werden sollten.

Häufig gestellte Fragen

  1. Wer hat Anspruch auf BAföG?
    Grundsätzlich können deutsche Staatsangehörige unter 45 Jahren bei Erstausbildung BAföG erhalten, wobei die tatsächliche Förderhöhe vom Einkommen der Eltern und eigenen Vermögensverhältnissen abhängt.

  2. Wie funktioniert die Rückzahlung des BAföG?
    Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende der Regelstudienzeit in zinsfreien Raten von mindestens 130 Euro monatlich, wobei maximal 50% der Fördersumme und höchstens 10.010 Euro zurückgezahlt werden müssen.

  3. Welche Stipendien gibt es für durchschnittliche Studierende?
    Neben Leistungsstipendien existieren zahlreiche Förderprogramme, die soziales Engagement, besondere Lebensumstände oder spezifische Studienfächer berücksichtigen und somit auch für Studierende ohne Einser-Abitur zugänglich sind.

  4. Kann man BAföG und Stipendium gleichzeitig erhalten?
    a, bei den meisten Stipendien ist eine Kombination mit BAföG möglich, wobei Stipendien bis 300 Euro monatlich (wie beim Deutschlandstipendium) nicht auf das BAföG angerechnet werden.

  5. Wie wirkt sich ein Nebenjob auf die Studienfinanzierung aus?
    Studierende dürfen während der Vorlesungszeit bis zu 450 Euro monatlich oder maximal 5.400 Euro jährlich hinzuverdienen, ohne dass dies die BAföG-Förderung reduziert.