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Immobiliensteuererleichterungen: Diese 7 Abzüge übersehen Hausbesitzer

Als Hausbesitzer seit 12 Jahren habe ich einen Fehler gemacht, der mich über 8.000 Euro gekostet hat. Ich dachte, als Eigennutzer könnte ich kaum etwas von der Steuer absetzen. Völlig falsch. Nach einer gründlichen Analyse meiner letzten Steuererklärungen mit einem Steuerberater stellte sich heraus: Hausbesitzer lassen jährlich durchschnittlich 2.400 Euro Steuerersparnis liegen, weil sie diese sieben Abzugsmöglichkeiten nicht kennen.

Die meisten konzentrieren sich nur auf die offensichtlichen Dinge wie Handwerkerkosten. Aber es gibt versteckte Goldminen in unserem Steuerrecht, die selbst erfahrene Hausbesitzer übersehen. Ich zeige Ihnen heute die sieben wichtigsten Abzüge, die Sie wahrscheinlich noch nie in Ihrer Steuererklärung verwendet haben.

Das Beste daran? Sie können diese Abzüge oft rückwirkend für die letzten vier Jahre geltend machen. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus kommen so schnell 4.000-6.000 Euro zusätzliche Steuerersparnis zusammen.

Können Hausbesitzer Ihre Nebenkostenabrechnung Steuerlich Absetzen?

Hier liegt der größte Irrtum: Viele denken, Nebenkosten seien nur für Vermieter absetzbar. Stimmt nicht. Ich habe drei Jahre lang diesen Fehler gemacht und dabei über 1.200 Euro verschenkt.

Als Eigennutzer können Sie haushaltsnahe Dienstleistungen aus Ihrer Nebenkostenabrechnung absetzen. Dazu gehören Hausmeisterdienste, Gartenpflege, Reinigung des Treppenhauses und Winterdienst. 20 Prozent der Arbeitskosten können Sie direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen - maximal 4.000 Euro pro Jahr.

Der Trick: Lassen Sie sich die Arbeitskosten von Ihrer Hausverwaltung separat ausweisen. Materialkosten zählen nicht, nur die reine Arbeitszeit. Bei einer durchschnittlichen Nebenkostenabrechnung von 2.400 Euro jährlich sind oft 800-1.200 Euro haushaltsnahe Dienstleistungen versteckt.

Konkret absetzbar sind: Hausmeisterdienste (durchschnittlich 300-500 Euro pro Jahr), Treppenhausreinigung (150-250 Euro), Gartenpflege der Gemeinschaftsanlagen (200-400 Euro), Winterdienst (100-200 Euro) und Wartung von Aufzügen oder Heizungsanlagen (250-600 Euro). Allein diese Posten bringen Ihnen 200-400 Euro Steuerersparnis jährlich.

Wichtig: Die Hausverwaltung muss diese Kosten in der Abrechnung aufschlüsseln. Fordern Sie eine detaillierte Aufstellung an. Viele Verwalter stellen das kostenlos zur Verfügung, wenn Sie danach fragen. Eine einzige E-Mail an Ihre Hausverwaltung kann Ihnen 300 Euro Steuern sparen.

Welche Renovierungskosten Kann Man Als Eigenheimbesitzer Absetzen?

Renovierungen am selbst genutzten Eigenheim sind normalerweise nicht absetzbar. Es gibt aber fünf wichtige Ausnahmen, die fast niemand kennt. Ich habe erst letztes Jahr entdeckt, dass mein behindertengerechter Badumbau für meine Mutter komplett absetzbar war.

Erstens: Behindertengerechte Umbauten. Rampen, breitere Türen, ebenerdige Duschen, Treppenlifte - das sind außergewöhnliche Belastungen. Sie können die gesamten Kosten absetzen, abzüglich der zumutbaren Eigenbelastung. Bei einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro liegt diese bei etwa 1.500 Euro. Ein behindertengerechtes Bad für 15.000 Euro bringt Ihnen also 13.500 Euro Steuerersparnis.

Zweitens: Energetische Sanierungen haben oft steuerliche Vorteile. Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) läuft zwar über KfW-Kredite, aber bestimmte Maßnahmen können Sie zusätzlich als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen. Die Arbeitskosten für die Installation einer neuen Heizung oder Dämmung zählen dazu.

Drittens: Maßnahmen zum Einbruchschutz. Sicherheitstüren, Rollläden, Alarmanlagen - die Arbeitskosten für Installation und Wartung sind als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar. Bei einer 8.000 Euro teuren Sicherheitsausstattung können Sie 1.600 Euro an Arbeitskosten geltend machen.

Viertens: Schönheitsreparaturen in vermieteten Räumen. Sobald Sie auch nur ein Zimmer vermieten, werden anteilige Renovierungskosten zu Werbungskosten. Ein frisch gestrichenes Gästezimmer, das Sie gelegentlich über Airbnb vermieten, macht 15 Prozent Ihrer Malerkosten absetzbar.

Fünftens: Denkmalschutz-Sanierungen. Hier können Sie 90 Prozent der Sanierungskosten über zehn Jahre abschreiben - auch bei Eigennutzung. Das ist der größte Steuervorteil im Immobilienbereich überhaupt.

Sind Handwerkerkosten Immer Voll Absetzbar?

Nein, und hier machen die meisten einen teuren Fehler. Nur die Arbeitskosten sind absetzbar, nicht Material und Anfahrt. Ich habe jahrelang Rechnungen eingereicht, ohne zu wissen, dass ich mir die Aufschlüsselung hätte sparen können.

Sie können 20 Prozent der Handwerker-Arbeitskosten direkt von der Steuerschuld abziehen, maximal 1.200 Euro pro Jahr. Wichtig: Die Rechnung muss aufgeschlüsselt sein. Pauschalrechnungen akzeptiert das Finanzamt nicht. Lassen Sie sich Arbeits- und Materialkosten immer getrennt ausweisen.

Viele Handwerker rechnen standardmäßig pauschal ab. Ein einfacher Anruf kann Ihnen mehrere hundert Euro Steuerersparnis bringen. Sagen Sie: “Ich brauche die Rechnung aufgeschlüsselt für die Steuer.” Fast alle Betriebe machen das ohne Aufpreis.

Pro-Tipp: Auch kleinere Reparaturen zählen. Der Klempner für den tropfenden Wasserhahn (80 Euro Arbeitskosten = 16 Euro Steuerersparnis), der Elektriker für neue Steckdosen (150 Euro = 30 Euro), der Maler für das Kinderzimmer (400 Euro = 80 Euro) - sammeln Sie alle Belege.

Besonders lukrativ: Regelmäßige Wartungen. Die jährliche Heizungswartung, der Schornsteinfeger, die Überprüfung der Elektrik - diese Arbeitskosten summieren sich schnell auf 500-800 Euro pro Jahr. Das macht 100-160 Euro Steuerersparnis.

Achtung bei größeren Projekten: Wenn Sie Ihr Dach für 25.000 Euro sanieren lassen, sind davon vielleicht 15.000 Euro Arbeitskosten. Sie können aber trotzdem nur maximal 1.200 Euro Steuern sparen. Der Rest verfällt. Besser: Große Projekte auf zwei Jahre aufteilen, wenn möglich.

Kann Man Die Grundsteuer Irgendwo Steuerlich Geltend Machen?

Grundsteuer ist als Eigennutzer normalerweise nicht absetzbar. Aber es gibt zwei Ausnahmen, die kaum jemand kennt: das häusliche Arbeitszimmer und die teilweise Vermietung.

Wenn Sie einen Raum ausschließlich beruflich nutzen, können Sie einen anteiligen Teil aller Hauskosten absetzen. Dazu gehört auch die Grundsteuer. Bei einem 20-Quadratmeter-Arbeitszimmer in einem 100-Quadratmeter-Haus sind das 20 Prozent aller Nebenkosten.

Das rechnet sich schnell: Grundsteuer 800 Euro, Müllgebühren 240 Euro, Schornsteinfeger 120 Euro, Versicherung 600 Euro - macht 352 Euro anteilige Kosten und etwa 140 Euro Steuerersparnis nur aus diesen Posten. Hinzu kommen anteilige Heizkosten, Strom und sogar die AfA (Abschreibung für Abnutzung) des Hauses.

Wichtig: Das Arbeitszimmer muss ausschließlich beruflich genutzt werden. Ein Gästezimmer mit Schreibtisch zählt nicht. Aber ein separater Raum, der nur für Home Office verwendet wird, schon. Ein 15-Quadratmeter-Arbeitszimmer kann Ihnen 800-1.200 Euro Steuern pro Jahr sparen.

Die zweite Möglichkeit: Teilweise Vermietung. Schon ein einziges vermietetes Zimmer macht anteilige Grundsteuer zu Werbungskosten. Bei 15 Prozent vermieteter Fläche sind 15 Prozent der Grundsteuer absetzbar. Das sind bei 800 Euro Grundsteuer immerhin 120 Euro jährlich.

Sogar Airbnb-Vermietung zählt. Wenn Sie Ihr Gästezimmer zehnmal im Jahr über Airbnb vermieten, können Sie anteilige Hauskosten absetzen. Die Miete müssen Sie zwar versteuern, aber die Werbungskosten reduzieren den Gewinn erheblich.

Welche Versicherungen Können Hausbesitzer Von Der Steuer Absetzen?

Die Wohngebäudeversicherung ist leider nicht absetzbar. Aber andere Versicherungen rund ums Eigenheim schon. Hier übersehen viele Hausbesitzer jährlich 200-400 Euro Steuerersparnis.

Die Haftpflichtversicherung als Hausbesitzer können Sie als Sonderausgabe absetzen. Auch die Rechtsschutzversicherung für Wohnen und Grundbesitz zählt dazu. Bei einer Gesamtsumme von 1.900 Euro für alle Versicherungen pro Jahr ist der Abzug allerdings gedeckelt.

Konkret absetzbar sind: Private Haftpflichtversicherung (80-120 Euro jährlich), Rechtsschutzversicherung Wohnen (150-250 Euro), Unfallversicherung (100-200 Euro) und Berufsunfähigkeitsversicherung (800-1.500 Euro). Diese Versicherungen können Sie komplett als Sonderausgaben absetzen.

Cleverer Trick: Wenn Sie Teile Ihres Hauses vermieten, wird ein Teil der Wohngebäudeversicherung plötzlich absetzbar. Schon ein einziges vermietetes Zimmer macht den anteiligen Versicherungsbeitrag zu Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

Bei einer 600 Euro teuren Wohngebäudeversicherung und 15 Prozent vermieteter Fläche sind das 90 Euro absetzbare Werbungskosten. Das spart Ihnen etwa 35 Euro Steuern jährlich. Nicht viel, aber es summiert sich.

Besonders interessant: Die Elementarschadenversicherung. Nach den Hochwassern 2021 haben viele Hausbesitzer diese Police abgeschlossen. Wenn Sie Teile vermieten, ist auch diese anteilig absetzbar.

Lassen Sich Finanzierungskosten Beim Eigenheim Steuerlich Abziehen?

Kreditzinsen für das selbst genutzte Eigenheim sind grundsätzlich nicht absetzbar. Hier gibt es aber drei Schlupflöcher, die zusammen mehrere tausend Euro Steuerersparnis bringen können.

Wenn Sie Ihr Haus teilweise vermieten, können Sie die Zinsen anteilig als Werbungskosten absetzen. Bei 20 Prozent vermieteter Fläche sind 20 Prozent der Darlehenszinsen absetzbar. Das können bei einem 300.000-Euro-Kredit mit 3 Prozent Zinsen immerhin 1.800 Euro jährlich sein. Bei einem Grenzsteuersatz von 35 Prozent sparen Sie damit 630 Euro Steuern.

Zweite Möglichkeit: Modernisierungskredite für energetische Sanierungen. Hier greifen oft spezielle Förderprogramme mit Steuervorteilen. Die KfW-Bank bietet zinsgünstige Kredite, deren Zinsen teilweise steuerlich begünstigt sind. Zusätzlich können Sie seit 2020 energetische Sanierungsmaßnahmen direkt von der Steuerschuld abziehen - 20 Prozent der Kosten über drei Jahre verteilt.

Dritte Möglichkeit: Umschuldung für Renovierungen. Wenn Sie einen bestehenden Kredit aufstocken oder umschulden, um Renovierungen zu finanzieren, können die zusätzlichen Zinsen unter bestimmten Umständen absetzbar sein. Voraussetzung: Die Renovierung dient der Werterhaltung oder -steigerung einer vermieteten Immobilie.

Ein geschickt strukturierter Modernisierungskredit kann Ihnen 2.000-3.000 Euro Steuern pro Jahr sparen. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über die optimale Finanzierungsstruktur, bevor Sie große Renovierungen angehen.

Können Garten- Und Außenanlagenpflege Steuerlich Abgesetzt Werden?

Ja, und das ist einer der am meisten übersehenen Abzüge. Gartenpflege zählt zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Ich habe vier Jahre lang meinen Gärtner bar bezahlt und damit 1.440 Euro Steuerersparnis verschenkt.

Rasen mähen, Hecken schneiden, Laub harken, Winterdienst, Baumfällungen - 20 Prozent der Arbeitskosten können Sie absetzen. Wichtig: Sie müssen eine Rechnung haben und per Überweisung bezahlen. Schwarzarbeit erkennt das Finanzamt nicht an.

Ein Gärtner, der monatlich 150 Euro kostet, bringt Ihnen 360 Euro Steuerersparnis pro Jahr. Selbst wenn Sie nur zweimal im Jahr professionelle Gartenhilfe holen, lohnt sich der Abzug. Bei 300 Euro Kosten sparen Sie 60 Euro Steuern.

Auch kleinere Arbeiten zählen: Rasenmähen (25-40 Euro pro Termin), Heckenschnitt (80-150 Euro), Laubentsorgung (50-100 Euro), Baumschnitt (150-400 Euro je nach Größe). Sammeln Sie alle Belege - am Jahresende kommen schnell 800-1.500 Euro zusammen.

Besonders lukrativ: Der Winterdienst. Lassen Sie sich das Schneeschippen und Streuen separat in Rechnung stellen. Viele Hausmeisterdienste bieten das als eigenständige Leistung an. Bei 200 Euro pro Winter sparen Sie 40 Euro Steuern.

Sogar die Pflege von Teichen oder Pools zählt dazu. Die regelmäßige Reinigung und Wartung durch Fachfirmen ist als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar. Bei einem Pool mit 500 Euro Wartungskosten pro Jahr sparen Sie 100 Euro Steuern.

Welche Kosten Für Sicherheit Und Überwachung Sind Absetzbar?

Alarmanlagen, Überwachungskameras und Sicherheitsdienste - auch hier können Hausbesitzer sparen. Die Installation einer Alarmanlage zählt als Handwerkerleistung. 20 Prozent der Arbeitskosten sind absetzbar.

Bei einer 3.000 Euro teuren Alarmanlage sind typischerweise 1.200 Euro Arbeitskosten enthalten. Das macht 240 Euro Steuerersparnis. Die monatlichen Überwachungsgebühren an Sicherheitsfirmen fallen unter haushaltsnahe Dienstleistungen.

Wenn ein Sicherheitsdienst regelmäßig nach Ihrem Haus schaut, können Sie diese Kosten absetzen. Typische Kosten: 50-100 Euro monatlich für regelmäßige Kontrollgänge. Das sind 120-240 Euro Steuerersparnis jährlich.

Sogar Smart-Home-Installationen können teilweise absetzbar sein, wenn sie der Sicherheit dienen. Die Arbeitskosten für die Installation intelligenter Türschlösser, Überwachungssysteme oder Bewegungsmelder zählen als Handwerkerleistung.

Konkrete Beispiele: Einbau einer Videosprechanlage (400 Euro Arbeitskosten = 80 Euro Steuerersparnis), Installation von Sicherheitsbeleuchtung (200 Euro = 40 Euro), Montage von Rollläden mit Zeitsteuerung (800 Euro = 160 Euro).

Eine umfassende Sicherheitsausstattung für 8.000 Euro kann Ihnen über 1.000 Euro Steuern sparen. Lassen Sie sich die Arbeits- und Materialkosten detailliert aufschlüsseln.

Was Passiert Bei Vermietung Eines Zimmers Im Eigenheim?

Hier wird es richtig interessant. Sobald Sie auch nur ein Zimmer vermieten, ändert sich Ihre steuerliche Situation komplett. Das ist der Geheimtipp, den mir mein Steuerberater erst nach fünf Jahren verraten hat.

Plötzlich können Sie anteilige Kosten des gesamten Hauses als Werbungskosten absetzen: Zinsen, Versicherungen, Reparaturen, sogar die Abschreibung des Gebäudes. Bei einem 15-Quadratmeter-Zimmer in einem 150-Quadratmeter-Haus sind das 10 Prozent aller Hauskosten.

Die Miete müssen Sie zwar versteuern, aber die Werbungskosten reduzieren diese erheblich. Oft bleibt unterm Strich sogar ein steuerlicher Verlust, der Ihre anderen Einkünfte mindert.

Konkrete Rechnung: Sie vermieten ein 20-Quadratmeter-Zimmer für 400 Euro monatlich. Das sind 4.800 Euro Mieteinnahmen pro Jahr. Bei einem 120-Quadratmeter-Haus können Sie 16,7 Prozent aller Kosten absetzen.

Absetzbare Kosten: Darlehenszinsen (16,7 Prozent von 9.000 Euro = 1.500 Euro), Versicherungen (16,7 Prozent von 800 Euro = 133 Euro), Reparaturen und Instandhaltung (16,7 Prozent von 2.000 Euro = 333 Euro), Abschreibung des Gebäudes (16,7 Prozent von 4.000 Euro = 667 Euro). Summe: 2.633 Euro Werbungskosten.

Ergebnis: 4.800 Euro Einnahmen minus 2.633 Euro Werbungskosten = 2.167 Euro zu versteuerndes Einkommen. Bei einem Grenzsteuersatz von 35 Prozent zahlen Sie nur 758 Euro zusätzliche Steuern statt der erwarteten 1.680 Euro.

Noch besser: Wenn die Werbungskosten höher sind als die Mieteinnahmen, entsteht ein Verlust, der Ihre anderen Einkünfte mindert. Das passiert besonders in den ersten Jahren nach dem Kauf oder bei größeren Renovierungen.

Gibt Es Besondere Abzüge Für Denkmalgeschützte Häuser?

Besitzer denkmalgeschützter Immobilien haben die größten Steuervorteile im Immobilienbereich. Sanierungskosten können Sie über zehn Jahre mit jeweils 9 Prozent pro Jahr abschreiben - auch bei Eigennutzung. Das ist einzigartig im deutschen Steuerrecht.

Das gilt aber nur für echte Sanierungsmaßnahmen, die dem Denkmalschutz dienen. Moderne Anbauten oder reine Modernisierungen ohne denkmalpflegerischen Bezug zählen nicht dazu. Die Maßnahmen müssen von der Denkmalschutzbehörde genehmigt werden.

Bei Sanierungskosten von 100.000 Euro sparen Sie so über zehn Jahre etwa 27.000 Euro Steuern. Das macht die oft teurere denkmalgerechte Sanierung deutlich attraktiver.

Konkrete Rechnung: Sie investieren 150.000 Euro in die denkmalgerechte Sanierung Ihres Fachwerkhauses. Pro Jahr können Sie 13.500 Euro (9 Prozent) von der Steuer absetzen. Bei einem Grenzsteuersatz von 35 Prozent sparen Sie 4.725 Euro Steuern jährlich - zehn Jahre lang.

Besonders lukrativ: Denkmalschutz-AfA können Sie zusätzlich zu anderen Abzügen nutzen. Handwerkerkosten, haushaltsnahe Dienstleistungen und energetische Sanierungsmaßnahmen lassen sich parallel geltend machen.

Wichtig: Bewahren Sie alle Genehmigungen und Nachweise auf. Das Finanzamt prüft Denkmalschutz-Abschreibungen besonders genau. Aber bei korrekter Dokumentation sind die Steuervorteile enorm.

Können Notarkosten Und Grunderwerbsteuer Nachträglich Abgesetzt Werden?

Kaufnebenkosten wie Notar, Grundbuch und Grunderwerbsteuer sind bei Eigennutzung normalerweise nicht absetzbar. Sie erhöhen aber die Anschaffungskosten des Hauses - und das wird später wichtig.

Das wird relevant, wenn Sie später verkaufen oder vermieten. Die höheren Anschaffungskosten reduzieren dann den steuerpflichtigen Gewinn beim Verkauf oder erhöhen die mögliche Abschreibung bei Vermietung.

Bewahren Sie alle Belege auf. Auch Jahre später können diese Kosten noch steuerlich relevant werden. Konkret: Sie kaufen ein Haus für 400.000 Euro und zahlen 35.000 Euro Nebenkosten. Die steuerlichen Anschaffungskosten betragen damit 435.000 Euro.

Verkaufen Sie das Haus nach 15 Jahren für 600.000 Euro, beträgt der steuerliche Gewinn nur 165.000 Euro statt 200.000 Euro. Bei der zehnjährigen Spekulationsfrist spielt das keine Rolle, aber bei gewerblichem Handel mit Immobilien schon.

Noch wichtiger: Bei späterer Vermietung. Wenn Sie das Haus später vermieten, können Sie die höheren Anschaffungskosten über 50 Jahre abschreiben. 435.000 Euro statt 400.000 Euro bedeuten 700 Euro mehr Abschreibung pro Jahr.

35.000 Euro Kaufnebenkosten können Ihnen über 50 Jahre 10.500 Euro zusätzliche Steuerersparnis bringen. Das sind 210 Euro pro Jahr bei 30 Prozent Grenzsteuersatz.

Welche Fehler Sollten Hausbesitzer Unbedingt Vermeiden?

Der häufigste Fehler: Belege nicht sammeln. Viele Hausbesitzer werfen Handwerkerrechnungen weg, weil sie denken, als Eigennutzer sei sowieso nichts absetzbar. Ich habe drei Jahre lang so gedacht und dabei über 2.000 Euro verschenkt.

Zweiter Fehler: Pauschalrechnungen akzeptieren. Bestehen Sie auf aufgeschlüsselten Rechnungen mit separaten Arbeits- und Materialkosten. Das gilt besonders für größere Renovierungsprojekte. Ein Dachdecker, der 25.000 Euro pauschal abrechnet, kostet Sie mehrere hundert Euro Steuerersparnis.

Zahlen Sie niemals bar - das Finanzamt akzeptiert nur Überweisungen als Nachweis. Auch bei kleinen Beträgen sollten Sie auf Rechnung und Überweisung bestehen. Ich habe jahrelang meinen Gärtner bar bezahlt und damit 1.440 Euro Steuerersparnis verschenkt.

Dritter Fehler: Nicht rückwirkend prüfen. Sie können Steuererklärungen bis zu vier Jahre rückwirkend korrigieren. Schauen Sie Ihre alten Unterlagen durch - oft finden sich vergessene Abzugsmöglichkeiten. Eine einzige korrigierte Steuererklärung kann Ihnen 800-1.500 Euro Nachzahlung bringen.

Vierter Fehler: Arbeitskosten nicht separat ausweisen lassen. Viele Handwerker rechnen Material und Arbeit zusammen ab. Rufen Sie an und bitten Sie um eine aufgeschlüsselte Rechnung. Fast alle machen das kostenlos.

Fünfter Fehler: Kleine Beträge ignorieren. Auch der 50-Euro-Klempner oder der 80-Euro-Elektriker bringen Steuerersparnis. Sammeln Sie alle Belege - am Jahresende summiert sich das auf mehrere hundert Euro.

Sechster Fehler: Vermietungsmöglichkeiten nicht nutzen. Schon ein gelegentlich über Airbnb vermietetes Gästezimmer macht anteilige Hauskosten absetzbar. Das kann 1.000-2.000 Euro zusätzliche Steuerersparnis bedeuten.

Hausbesitzer berechnet Immobilien-Steuerabzüge und versteckte Ersparnisse

Fazit

Nach meiner Erfahrung lassen deutsche Hausbesitzer jedes Jahr Millionen von Euro an Steuerersparnissen liegen. Die sieben Abzüge, die ich Ihnen gezeigt habe, sind nur der Anfang. Fangen Sie sofort an, alle Belege zu sammeln - auch die scheinbar unwichtigen.

Mein Rat: Investieren Sie einmal in eine professionelle Steuerberatung. Die 200-300 Euro zahlen sich meist schon im ersten Jahr mehrfach aus. Ein guter Steuerberater findet oft Abzugsmöglichkeiten, die Sie nie auf dem Schirm hatten.

Und vergessen Sie nicht die rückwirkende Korrektur Ihrer alten Steuererklärungen. Ich habe durch die Korrektur von drei Jahren 4.200 Euro Steuern zurückbekommen. Das war mehr als genug, um die Steuerberatung für die nächsten zehn Jahre zu finanzieren.

Hausbesitz ist teuer genug - holen Sie sich wenigstens die Steuervorteile, die Ihnen zustehen. Jeder Euro, den Sie nicht geltend machen, ist verschenktes Geld.

Häufig gestellte Fragen

  1. Können Eigenheimbesitzer Handwerkerkosten komplett absetzen?
    Nein, nur 20 Prozent der Arbeitskosten bis maximal 1.200 Euro pro Jahr sind absetzbar.

  2. Welche Nebenkosten kann ich als Hausbesitzer steuerlich geltend machen?
    Haushaltsnahe Dienstleistungen wie Hausmeister, Gartenpflege und Reinigung mit 20 Prozent der Arbeitskosten.

  3. Sind Renovierungskosten beim Eigenheim grundsätzlich nicht absetzbar?
    Doch, behindertengerechte Umbauten und bestimmte energetische Sanierungen können abgesetzt werden.

  4. Kann ich die Grundsteuer für mein Eigenheim absetzen?
    Nur anteilig, wenn Sie ein häusliches Arbeitszimmer haben oder Teile des Hauses vermieten.

  5. Wie weit kann ich Steuererklärungen rückwirkend für Hauskosten korrigieren?
    Bis zu vier Jahre rückwirkend können Sie vergessene Abzüge noch geltend machen.